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schneemann

Suchtbolzen

  • »schneemann« ist der Autor dieses Themas

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1

Sonntag, 17. Juli 2016, 13:57

Unterschätzte Mittelmotor-Italos

Unterschätzte Mittelmotor-Italos - auto-motor-und-sport.de,

Diese beiden Sportwagen hat kaum jemand auf dem Schirm: Lancia Beta Montecarlo und Fiat/Bertone X1/9 sind trotz Mittelmotor und besten konstruktiven Anlagen Underdogs. Der eine mit 85 PS zu lahm, der andere zu exotisch – was ist an den Vorurteilen dran?

Der Motor fahrdynamisch optimal direkt vor der Hinterachse, das Gesamtgewicht unter 1.000 Kilogramm und dazu ein unverwechselbarer italienischer Maßanzug – genau so wünscht sich das der sportliche Klassikerfreund. In dieser Hinsicht haben der Fiat/Bertone X1/9 und der Lancia Beta Montecarlo alles richtig gemacht. Doch warum spielen sie in der Klassikerszene nur eine Statistenrolle?
An den Designern kann es nicht liegen, denn die kantigen Karosserien stammen aus gutem Hause. Pininfarina kleidete den Lancia ein, beim X1/9 durfte sich Bertone austoben. Gelungen sind beide, doch in ihrem Auftritt unterscheiden sie sich grundlegend. Der Bertone mimt den jungen Wilden – drahtig, schon im Stand auf dem Sprung. Der Montecarlo hat diesen Macho-Auftritt nicht nötig, er wirkt unaufgeregt – ganz der dezent zurückhaltende Gentleman.

Lancia Beta Montecarlo teilt sich das Chassis mit dem X1/9

Stehen sie nebeneinander, offenbaren sich deutliche Unterschiede. Der Lancia wirkt mit seiner um 12,6 Zentimeter breiteren Karosserie erwachsener und blickt wie aus der nächsthöheren Fahrzeugklasse auf den X1/9 hinunter. Dabei sind sich die beiden unter dem Blech sehr ähnlich. Das Chassis des Beta Montecarlo basiert sogar auf dem X1/9. Ursprünglich wollte Fiat dem erfolgreichen Mittelmotorwagen einen stärkeren Bruder an die Seite stellen.

Unter dem Code X1/20 sollte das Chassis des X1/9 mit dem V6-Triebwerk aus dem Fiat 130 verheiratet werden. Mit dem 165 PS starken 3,2-Liter-Motor wären auch endlich die Diskussionen über mangelnde Leistung des X1/9 passé gewesen. Die Ölkrise setzte diesem Vorhaben jedoch ein Ende. Damit nicht alle Arbeit umsonst war, schob man das Projekt zur Vollendung zu Lancia ab. Statt eines potenten V6 kombinierte man dort das Chassis mit dem DOHC-Vierzylinder von Aurelio Lampredi. Immerhin 120 PS aus zwei Litern Hubraum standen nun zur Verfügung. Zumindest leistungsmäßig setzte der Lancia damit eine Duftmarke und distanzierte den X1/9.

Zuerst Fiat, dann Bertone, aber eigentlich doch Fiat

Ach ja, damit keine Verwirrung entsteht: Gestartet ist der X1/9 als Fiat, doch Anfang der 80er-Jahre zog sich die Marke vom US-Markt zurück – dem Hauptabsatzmarkt des kleinen Sportlers. Um den Vertrieb aufrechtzuerhalten, übernahm Bertone, der Fertigungspartner des X1/9, gemeinsam mit Pininfarina, dem Fertigungspartner des 124 Spider, das US-Händlernetz. Fortan boten sie die Modelle unter eigenem Namen an. Bei uns wurden sie weiter von Fiat verkauft.

Doch zurück zu den beiden Brüdern im Geiste. Wie fahren sie sich? Schon nach den ersten Kilometern im Lancia fällt die Lenkung negativ auf. Sie erfordert permanent Korrekturen und fühlt sich an, als halte man eine Plastikgliederschlange in der Hand und versuche, diese in eine Linie zu bringen. Fatalerweise ist zudem die Gewichtsverteilung nicht sehr gelungen. Die Vorderachse macht sich schon bei weniger sportlichen Lenkmanövern leicht und gibt dem Fahrer keine sichere Rückmeldung. Einige Besitzer beschweren sie mit einem Sack Sand im Kofferraum, andere kürzten die Federn, damit die Vorderachse mehr Druck erhält. Der Erfolg? Zweifelhaft.

Fiat/Bertone X1/9 trotz Minderleistung viel sportlicher

Ganz anders der Bertone X1/9. Denn trotz der Minderleistung von 35 PS lässt sich der Kompakte ungleich sportlicher um die Ecken zwirbeln. Ein Grund dafür ist der um 10 cm kürzere Radstand. Mit dem kleinen 1,5-Liter kommt der X1/9 überraschend schnell aus dem Quark – schneller, als die 50 Kilo weniger Gewicht erhoffen lassen. Der Motor dreht sauber ohne Leistungsloch hoch. Günter Pitzer, Besitzer des Fotofahrzeugs, kennt den Grund: „Die penible Vergasereinstellung. Wenn die nicht stimmt, verdirbt das den Spaß am X1/9.“

Pitzer kennt sich aus, er fährt seit seinem 18. Geburtstag X1/9 und kümmert sich derzeit um fünf Exemplare. „Das Fahrwerk ist mit den 85 PS hoffnungslos unterfordert. 160 PS sind ohne Weiteres drin“, sagt er. Den Beweis liefert der Bertone auf der Fahrt über enge Kurvenstraßen am Rande der Schwäbischen Alb. Der X1/9 giert geradezu nach der nächsten Kurve, und auch heftige Lastwechsel können ihm nichts anhaben. Er liegt stabil und lässt sich mit dezenten Lenkeingriffen durch die Kehren dirigieren.

Sportwagen oder Gran Turismo?

Derweil kann man getrost auf dem Gas bleiben. Auf der Landstraße passt der vierte Gang der Fünfgangbox fast immer – und lässt eine typische X1/9-Fahrweise zu. Bei ihm verfällt man sofort in die Suche nach der perfekten Linie, damit man viel Schwung mit aus der Kurve nehmen kann. Wer mehr Leistung möchte, kann übrigens mit geringem Aufwand viel erreichen: Schon eine ANSA-Auspuffanlage bringt rund fünf PS, etwas Feinarbeit an den Ansaugkanälen knackt die 100-PS-Marke, ein anderer Vergaser eröffnet neue Möglichkeiten. Der X1/9 macht im Kurvengeläuf die bessere Figur, der Montecarlo ist ein klassischer Gran Turismo.

Motorsportfans werden nun einwenden, dass Hans Heyer 1980 Deutscher Rennsportmeister auf dem Lancia wurde. Doch der 750 Kilo leichte Gruppe-5-Rennwagen, mit dem Lancia 1979 bis 1981 die Marken-WM holte (unter anderem mit Walter Röhrl und Riccardo Patrese), hat mit dem Serienmodell nur die Silhouette gemein. Unter der Karosserie steckt reinste Rennsporttechnik mit einem bis zu 420 PS starken 1,4-Liter-Turbo. Warum die beiden Mittelmotor-Klassiker noch nicht im Fokus der Szene stehen, bleibt auch nach der Probefahrt rätselhaft. Schnell kaufen, bevor die Preise auch hier anziehen wie beim Dino 308 GT4.

Fazit

Die beiden Gute-Laune-Italiener fristen wirklich zu Unrecht ein Schattendasein. Ihre Geschichte mit wohlklingenden Akteuren, wie Lampredi, Bertone und Pininfarina konnte auch nicht verhindern, dass ihre Fangemeinde überschaubar ist. Ihr Preis macht sie zu Geheimtipps.

Kaufbratungen:
http://www.auto-motor-und-sport.de/kaufb…lo-1203259.html


KatzeV12

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2

Dienstag, 19. Juli 2016, 22:17

Als einer der Älteren habe ich den Lancia Beta Montecarlo sehr wohl noch auf dem Schirm. Das Idol meiner Jugend, HANS HEYER, wurde in einer Gruppe 5 Version
1980 Deutscher Automobil Rennsport Meister! Das waren noch richtige Rennwagen, keine fahrbaren Computer die nach dem Abfallen eines Miniflügelchen nicht
mehr auf der Strecke zu halten sind. Schade, dasss diese Zeiten vorbei sind!

mikele

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3

Freitag, 22. Juli 2016, 18:21

mittelmotor

als langjähriger lancia beta fahrer kann ich bestätigen, dass der monte fahrtechnisch eine zumutung ist.
selbst die bremsen sind bei der ersten serie nicht das gelbe vom ei.
ganz anders schauts aber bei coupe, spider und erst recht beim hpe aus.
da ist das beste fahrwerk verbaut, was man sich nur wünschen kann.

der monte fällt auch wegen der ersatzteilbeschaffung voll aus dem rahmen.

gruss
»mikele« hat folgende Bilder angehängt:
  • IMAG3101 (Large).jpg
  • IMAG3105 (Large).jpg

CromaTD

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4

Dienstag, 9. August 2016, 12:49

Mein Bruder hortet einen Monte aus erster Hand in seiner Garage ... für bessere Zeiten :thumbup:
Bremstechnisch ist der Monte deswegen der Horror, weil er nur an der Vorderachse servounterstützt bremst ... in Verbindung mit zu geringem Gewicht auf der Achse ist da Feingefühl am Pedal gefragt. Bremsen in der Kurve ist ein Tabu!
Der sportlichen Optik und dem durchaus standfesten und durchzugsstarken Motor wird das Fahrwerk nicht gerecht :heul: ... aber geil anzusehen ist er.

Ersatzteilmäßig kommts drauf an: Technik ist problemfrei, Karosserie ist der Horror :cursing: ... ist mittlerweile aber auch bei den Betas ein eigenes Thema.

Mal sehen, in welche Richtung das geht ...

Gruß
Klemens

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5

Dienstag, 9. August 2016, 19:31

Hier mal ein Foto von mir und vom Meisterwagen von 1980. Aufgenommen auf der "HARALD-ERTL-MOTORSHOW" in Mannheim 1981. Bereits mit den Namenszügen
des zweiten Fahrers für die Saison 1981. Zu meiner Schande muß ich gestehen, dass ich zur damaligen Zeit ein glühender FORD Fan war. Als HANS HEYER
1980 zu LANCIA wechselte, begann ich mich auch für italienische KFz zu interessieren. Mein ester Italiener war dann 1982 ein ALFA ROMEO Alfa 6
Limousine. Ein toller Wagen, wenn die Elektrik und der Rost nicht gewesen wären.....
»KatzeV12« hat folgendes Bild angehängt:
  • Beta MonteCarlo.jpg

CromaTD

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6

Mittwoch, 10. August 2016, 15:15

Mein ester Italiener war dann 1982 ein ALFA ROMEO Alfa 6 Limousine. Ein toller Wagen, wenn die Elektrik und der Rost nicht gewesen wären.....
Der Alfa Sei ... Traum meiner Jugend. Leider hab ich es bis heut nicht geschafft, ein Exemplar zu finden, das so gut gewesen wäre, dass ich es gekauft hätte. Schade drum, eigentlich der letzte echte große Alfa (der 90 zählt nicht, der war eine Hausnummer kleiner) ...

Gruß
Klemens

KatzeV12

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7

Mittwoch, 10. August 2016, 15:29

Es gab nur einen Mechanikus hier in der Gegend, der die 6 Einzelvergaser einstellen konnte. Und das ohne irgendwelche Gerätschaften. Nur nach Gehör und Gefühl. Meine Frau wurde mit dem Wagen mal vom Hof eines BOSCH Dienstes verjagt, weil die mit dem Synchronisieren
überfordert waren. Leider wurde die Elektrik immer anfälliger und der Rostfraß war kaum zu stoppen. Das hat mir dann auch auf lange Zeit die Lust auf einen weiteren Italiener ordentlich vermiest.

LG

Andreas

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